Die Samba
Der Tanz
Ursprünglich ist Samba ein Sammelname für viele Tanzformen,
die im 19. Jahrhundert von afrikanischen Sklaven aus dem Kongo,
dem westlichen Sudan und Angola in ihre neue Heimat Brasilien
eingeführt wurden. Der Rhythmus der getrommelten batuques
gilt als Ursprung der Sambamusik. Die samba de roda, ein Kreistanz,
gilt als Ursprung der heutigen brasilianischen Samba.
Samba in Europa
Als afrikanisch-portugiesische Mischform kam um 1910 die Maxixe
– ein enger Paartanz, der die Einladung des Mannes an die
Frau zu einem „sexuellen Liebesabenteuer“ symbolisiert
– aus Brasilien nach Europa. Unter dem Namen Samba tauchte
dieser brasilianische Tanz in Turnierprogrammen Mitte der 20er
Jahre auf, jedoch ohne den großen Durchbruch zu erlangen.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Samba zum festen
Bestandteil einer jeden Tanzkapelle. Um 1948/49 erreichte die
Samba in einer sehr vereinfachten Form eine große Popularität
und wurde in das Turnierprogramm der Lateinamerikanischen Tänze
aufgenommen.
Die Musik
Samba bezeichnet ebenfalls einen brasilianischen Musikstil, der
zwar meist mit der Stadt Rio de Janeiro in Verbindung gebracht
wird, jedoch in unterschiedlichen Ausprägungen in fast ganz
Brasilien gespielt und getanzt wird.
Der Bossa Nova
Bossa Nova ist ursprünglich eine Bewegung,
die in den späten 50er Jahren in Brasilien entstand und Ende
der 60er Jahre dort ihren Höhepunkt hatte.
In den späten 50er Jahren drangen zunehmend
Elemente des Boleros, Foxtrotts und des Cha-Cha-Chas in die Samba
ein. Diese Musikrichtung gilt als die „brasilianische Variante
des Jazz“. Stilbildend war vor allem João Gilberto,
der mit seinem gehauchten Gesang, der eleganten Leichtigkeit,
dem samtenen Klang der Stimme und der besonderen Art seines Gitarrenspiels,
den Geist der Bossa Nova prägte. Seine Aufnahme von Chega
de Saudade – einem Song von Antonio Carlos Jobim und Vinícius
de Moraes, auf deren Konto u.a. auch der Welthit, Garota da Ipanema/
Girl from Ipanema geht – wird allgemein als die Geburtsstunde
der Bossa Nova betrachtet – einer Mischung aus Samba und
Cool Jazz.
Amerikanische Jazzmusiker waren von dieser Richtung
fasziniert. Vor allem Stan Getz und der Gitarrist Charlie Byrd
schrieben mit der im März 1962 vorgelegten Platte mit dem
signifikanten Titel „Jazz Samba“ Musikgeschichte.
Sie ist die Zusammenführung von US-amerikanischem Cool Jazz
und Brasiliens landestypischer Samba-Musik. Von nun an gab es
kein Halten mehr und der Bossa Nova setzte zum finalen Sieg an.
Seit den 1990er Jahren erlebte der Bossa
Nova eine Renaissance durch die Neuinterpretationen von Bebel
Gilberto und Adaptionen in der elektronischen Musik, u.a. durch
Altmeister Sergio Mendez mit dem 2006 herausgebrachten Album „timeless“,
besetzt mit hochkarätigen amerikanischen R&B und HipHop
Künstlern.
Capoeira
Meine Capoeira ist eine Art Kampftanz, der
von den versklavten Afrikanern Angolas nach Bahia gebracht und
zum Zwecke der Selbstverteidigung ausgeübt wurde. Dieser
afro-brasilianische Kampfsport hat sich von den Senzalas (den
Sklavenunterkünften) bis in die Straßen von Bahia ausgebreitet.
Heute ist Capoeira Brasiliens nationaler Kampfsport und eine Tanzform,
die die Welt im Sturm erobert hat.
Capoeira läuft als Spielform in der so genannten Roda (portugiesisch
für Kreis) ab. Wesentlich ist der Rhythmus, auch Toque genannt,
der mit den traditionellen Instrumenten Berimbau, Atabaque und
Pandeiro erzeugt wird. Neben den Instrumenten sind die Lieder,
die die Geschichten des Alltags erzählen, ein tragendes Element.
Die Figuren und Bewegungsabläufe der Capoeira zeichnen sich
durch extreme Flexibilität, kühne Sprünge und viel
Akrobatik sowie atemberaubende Stunts aus, die Capoeira Schönheit
verleihen und sie zu einer ebenso grazilen wie tödlichen
Kunst machen.
Capoeira ist am tödlichsten, wenn man als Nichtkenner annimmt,
es handelt sich lediglich um einen Tanz. Und sie ist am elegantesten,
wenn zwei durchtrainierte "Capoeiristas Jogar" (Sparringspartner)
innerhalb des Roda ihre Angriffe, Gegenangriffe, Niederschläge,
Floreios (schwungvolle Bewegungen) und akrobatischen Kunststücke
vollführen.
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